LA CECCHINA
Opera buffa in 2 Teilen
Musik von Niccolò Piccinni (1728 – 1800)
Text nach Carlo Goldoni
Wer war Piccinni? Der Andere, wenn Gluck der Eine war.
Nichts hat die vorrevolutionäre Kunstmetropole Paris so nachhaltig erfüllt wie die heftige Auseinandersetzung zwischen den Anhängern des deutschen Opernreformators und denen des stilbildenden Vertreters der Opera buffa. Diesen Ruf hatte sich Piccinni bereits am 6. Februar 1760 in Rom mit der Uraufführung seiner „Cecchina“ erworben, die zeitlebens und darüber hinaus sein größter Erfolg bleiben sollte.
Die „Cecchina“ erzählt die wechselvolle und abenteuerliche Geschichte einer Waise, die bis zur Entdeckung ihrer adligen Herkunft ein Dasein als Dienstmädchen zwischen Erniedrigung und Verehrung führt.
Carlo Goldoni formt mit gewohnter Meisterschaft individuelle Charaktere, deren menschliche Züge sich von den typisierenden Masken der Comedia dell´arte abkehren, und liefert eine präzise Schilderung der sozialen Verhältnisse seiner Gegenwart. Piccinni stellt dementsprechend die Errungenschaften des Kunstgesanges („die Passagen, Triller und Kadenzen, die die Italiener so lieben“, Gluck) in den Dienst des wahrhaftigen Ausdrucks. So schenken sie gemeinsam der Oper nichts Geringeres als die Menschliche Komödie auf dem Boden der Wirklichkeit.
Ihrem künstlerischen Programm gemäß wendet sich die Kammeroper München nun also nicht Gluck, sondern dem Anderen, dem großen Unbekannten zu und entdeckt eine der schönsten und bedeutendsten komischen Opern des 18. Jahrhunderts neu.
“Maestro Piccinni versteht seine Kunst...” (Theaterdirektor la Roche in „Capriccio“, Krauss/Strauss)
Piccinni entstammte einem Musikerhaus, studierte in Neapel und befaßte sich als Komponist fast nur mit dem Genre Oper. Zwischen 1759 und 1776 schrieb er über 50 Opern.
Ende 1776 zog er nach Paris, wo er von dem italophilen Teil der Opernanhänger freudig empfangen wurde und er eine Reihe von französischen Opern komponierte.
Während der Französischen Revolution kehrte er für einige Zeit nach Neapel zurück, folgte aber 1798 der Berufung zum "Inspektor" des Conservatoire nach Paris, wo er zwei Jahre später starb.