La pietra
del paragone
Die Liebesprobe
Komische Oper in zwei Akten
Musik von Gioacchino Rossini
Libretto von Luigi Romanelli
In Gioacchino Rossinis brillanter Gesellschaftssatire pendelt das Spiel nicht bloß zwischen Schein und Sein, sondern auch zwischen Gestern und Heute.
Auf einem Maskenball treibt der Gastgeber ein gefährliches Spiel mit den Schwächen seiner Gäste. Bald ist klar: Ob im Reifrock oder Rolli, wo immer Besitz, Macht und Zerstreuung zum Ziel werden, besteht das Leben aus Verstellung und Maskerade. Doch das Spiel wird zur Falle, der nur die Aufrichtigkeit entkommen kann…
Inhalt:
I. Akt Ein Maskenball in der Villa des Grafen Hasdrubal. Die Damen Aspasia und Fulvia sind hinter dem Gastgeber her. Unterstützung erhalten sie von den Autoren Giocondo bzw. Pacuvio, die einen künstlerischen Wettstreit austragen, dessen Gegenstand die Vermählung ihres Mäzens, des Grafen, ist.
Mit der Absicht, aus seinem Drama zu deklamieren, stößt Pacuvio auf wenig Gegenliebe.
Giocondo gerät mit dem Kritiker Macrobio aneinander, der ihm rät, sich im Interesse einer steilen Karriere mit der Presse gut zu stellen.
Der Graf belauscht die Marchesa Clarice. Stärker als die Erwiderung ihrer Liebe ist aber seine Überzeugung, daß es eine Frau fürs Leben nicht geben kann. Zum Beweis lässt er zunächst das Gerücht verbreiten, sein gesamtes Vermögen sei von einem ausländischen Gläubiger gepfändet worden, um dann selbst in der Maske eines afrikanischen Stammesfürsten seine falschen Freunde bloßzustellen.
Doch wenn sich auch Aspasia und Fulvia wie erwartet dem neuen Hausherrn an den Hals werfen und Pacuvio und Macrobio mit ihrem ruinierten Mäzen nichts mehr zu tun haben wollen – Clarice und Giocondo bieten dem Grafen sofort ihre Hilfe an. Der treibt sein Spiel noch einen Schritt weiter und empfängt mit gespieltem Erstaunen die Nachricht, sämtliche Schulden seien von einer gewissen Dame beglichen worden, zu der er schon lange eine heimliche Verbindung pflege. Der Graf genießt die heftigen Reaktionen der Anwesenden, am meisten aber die Betroffenheit Clarices.
II. Akt Ein aufziehendes Gewitter nötigt die Gäste, in der Villa des Grafen zu übernachten. Die brüskierten Gäste haben nicht die Absicht, ihre Demütigung tatenlos hinzunehmen. Zuerst hetzen Aspasia und Fulvia Pacuvio gegen Giocondo auf, dessen Loyalität zum Grafen nichts weiter als eine perfide PR-Maßnahme sei. Pacuvio behauptet, seinen Gegner im Duell besiegt, ihm jedoch großmütig das Leben geschenkt und Stillschweigen gelobt zu haben. Gleich will er diese Lüge in sein Drama einbauen, aber der losbrechende Sturm weht das Manuskript zum Fenster hinaus.
Giocondo und Clarice frischen die Erinnerung an ihre einstige Beziehung auf. Macrobio belauscht sie dabei und alarmiert den Grafen, der eben auf dem Weg ist, Clarice einen Heiratsantrag zu machen. Zwar gelingt es Giocondo, den Verleumder zu einem Widerruf zu zwingen, grundsätzlich aber sieht der Graf sein Mißtrauen gerechtfertigt und erklärt, die einzige Frau in seinem Leben werde künftig seine mysteriöse Gönnerin sein. Zum allgemeinen Erstaunen erscheint diese und fordert die sofortige Erfüllung des Eheversprechens, und da sie im Besitz seiner Schuldscheine ist, muß der Graf gute Miene zum bösen Spiel machen. In einem Abschiedsbrief bekennt er Clarice seine Liebe. Mit genau diesem Schreiben als Beweis beschuldigt die unbekannte Frau kurz darauf den Grafen vor allen Anderen der Untreue.
Auf dem Gipfel der Verwirrung und Verzweiflung demaskiert sich Clarice schließlich, und einer Verlobung im Kreis der Freunde steht nichts mehr im Wege.