Die diebische Elster (G. Rossini)

Die diebische Elster

Oper in zwei Akten

Oper in zwei Akten von Gioacchino Rossini
Libretto von Giovanni Gherardini
Text-Neufassung von Dominik Wilgenbus
Arrangement von Alexander Krampe

 

PREMIERE I am 15. Juli 2010

auf dem Rheingau-Musikfestival

PREMIERE II am 19. August 2010

im Hubertussaal, Schloss Nymphenburg

Eine Produktion von „Projekt Kammeroper in München e.V.“

INHALT

Spieldauer ca. 2 Stunden 30 Minuten

Ein Dorf in Piemont zur Zeit der Napoleonischen Kriege.

I. Akt
Der Winzer Fabrizio und seine Schwester Lucia treffen die letzten Vorbereitungen für die Feier der Heimkehr ihres Freundes Giannetto aus dem Schlachtfeld. Auch die verwaiste Dienstmagd Ninetta ersehnt die Rückkehr des Geliebten und außerdem die ihres Bruders Fernando. Doch es kommt anders: Als Kriegsheld und berühmter Sohn der Heimat hat Giannetto für Ninetta plötzlich keine Zeit mehr, Fernando aber ist desertiert und zum Tode verurteilt. Er gibt seiner Schwester einen Silberlöffel, den sie für ihn zu Geld machen soll, ehe er außer Landes flieht.

Der Bürgermeister, der es auf Ninetta abgesehen hat, erhält den Steckbrief des ihm unbekannten Fernando. Da seine Brille nicht zur Hand ist, läßt er ihn sich von Ninetta vorlesen. Geistesgegenwärtig fälscht sie die Personalien ihres Bruders.

Der Straßenjunge Pippo beobachtet Ninetta mit dem Hausierer Isaak. Als Lucia das Fehlen eines Silberlöffels bemerkt und Isaak bestätigt, Ninetta einen solchen abgekauft zu haben, erkennt der Bürgermeister die Gelegenheit, den Widerstand des Mädchens zu brechen: Unter Androhung der nach Kriegsrecht fälligen Todesstrafe lässt er sie in den Kerker werfen.

II. Akt
Fernando entschließt sich, seine Schwester unter Einsatz seines Lebens zu befreien. Giannetto drängt Ninetta zum Geständnis, sie verrät jedoch ihren Bruder nicht. Der Bürgermeister unternimmt einen letzten Erpressungs­versuch. Ninettas Unbeugsamkeit lässt seine ohnmächtige Wut in Gewalt umschlagen.  Ninetta gibt Pippo ihr Schmuck­kreuz dafür, dass er ihre Habseligkeiten verkauft und das Geld an dem mit Fernando vereinbarten Platz versteckt.

Giannetto, Lucia, Fabrizio und der Bürgermeister können nicht mehr verhindern, dass das Gericht Ninetta zum Tode verurteilt. Der verzweifelte Rettungsversuch Fernandos scheitert. Man führt Ninetta zur Exekution.

Eine Elster stiehlt Pippo das Kreuz. In ihrem Nest findet er die Beweise für Ninettas Unschuld, da hört man die Salve des Erschießungskommandos.
Doch Ninetta ist nicht tot, die Schüsse wurden zu Ehren der Rehabilitierten abgefeuert, Versöhnung, Verzeihung und sogar Verlobung wechseln mit Schmerz und Todesangst.

Oder ist der glückliche Ausgang etwa der unvermeidliche Gipfel des Wahnsinns?

 

INSZENIERUNG

Ein Krimi vom König der Komischen Oper? Mehr noch:
Ein vergessenes Meisterwerk des Belcanto, fesselndes Psychodrama und abgründiges Bildertheater in einem –
nichts Geringeres ist Rossinis „Diebische Elster“!
Wer die Ouvertüre bewundert, die Oper aber noch nie gehört hat, kennt die spannendste Seite dieses Genies nicht.

Ein Festtag für Ninetta soll es werden, doch dann wird sie des Diebstahls angeklagt, verurteilt und erpreßt: Die Idylle eines Dorffestes wird zuerst zum Tribunal und dann zum monströsen Albtraum.
Ninettas Weg in den Wahnsinn scheint unaufhaltsam, als im letzten Moment die Rettung kommt…

Die Dramaturgie der Bearbeitung durch die Kammeroper München orientiert sich an den brillanten Ausführungen des Schriftstellers und Rossinibiographen Stendhal.

Für Rossinis Ausnahmewerk bedient sich die KOM außerdem erstmals in einer ihrer Opernproduktionen der Poesie des Figurentheaters.

REZENSIONEN

REZENSION: „Small is beautiful“ von Adrian Prechtel, AZ am 20.08.2010

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REZENSION: „Rossini kess und kompakt“ von Eva Schumann, op-online am 25.07.2011

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