Untreue lohnt sich! oder auch nicht ... (J. Haydn)

Untreue lohnt sich! oder auch nicht …

Komische Oper in zwei Akten

nach der Komödie „La double Inconstance“ von Pierre Carlet de Marivaux
Musik von Joseph Haydn
Text von Dominik Wilgenbus
Arrangement von Alexander Krampe

 

PREMIERE am 19. August 2009

im Hubertussaal, Schloss Nymphenburg

Eine Produktion von „Projekt Kammeroper in München e.V.“

INHALT

Spieldauer ca. 2 Stunden 30 Minuten

Der Prinz hat Silvia aus ihrem Dorf auf sein Schloß bringen lassen, um ihre Liebe erringen und sie heiraten zu können. Nur einer Bewohnerin seines Landes nämlich, die ihm freiwillig das Jawort gibt, darf er sich vermählen. Silvia aber liebt ihren Kasper. Und hat insgeheim ein Auge auf den Offizier geworfen, der sie entführte. Daß dies der verkleidete Prinz ist, ahnt sie nicht.

Die Hofdame Flaminia nimmt sich der Sache an. Sie lässt Kasper aufs Schloß holen und sorgt dafür, daß das Paar fortan keinen Augenblick mehr getrennt verbringt, bis die Leidenschaft erlahmt und die Lust auf Abwechslung an ihre Stelle tritt. Mit Hilfe ihrer eitlen Schwester Lisette und des korrupten Dieners Trinidad macht Flaminia den beiden Dörflern die Vorzüge des Hoflebens schmackhaft.

Raffinierte Skrupellosigkeit siegt planmäßig über Natürlichkeit und Unschuld: Während Kasper den Reizen der neuen Freundin erliegt, erobert der schmucke „Offizier“ Silvias Herz.

Am Ende: Trennung und Partnerwechsel. Bejubelt werden das Glück des Herrschers, der Triumph der Intrige und zwei neue Hofschranzen.

 

INSZENIERUNG

Ein Mädchen, ein Schloß, ein Prinz und die Liebe – das perfekte Märchen! Oder aber das böse Spiel von den Schönen und Reichen und denen, die dazugehören wollen.

Silvia und Kasper, gefangen auf dem Schloß eines Prinzen, vor dessen Liebe es kein Entrinnen gibt… Aus diesem Einfall entwickelt Pierre Carlet de Marivaux 1723 eine bittere Komödie vom Mechanismus und Elend der liebenden Seele. Mit unbestechlichem Scharfblick führt er den Sieg raffinierter Skrupellosigkeit über Natürlichkeit und Unschuld vor.

Dieser verblüffend aktuelle Geniestreich dient als Vorlage der neusten Oper von Joseph Haydn!

Für die Kammeroper München bleibt Haydn Herzenssache. Auf die Frage, welche wohl seine schönste, beste Oper sei, gibt die KOM mit ihrer Sommer–Premiere `09 die salomonische Antwort:
Die Komische Oper in 2 Akten „Untreue lohnt sich! oder auch nicht…“ schöpft aus dem musikalischen Reichtum von acht Meisterwerken. Sie bestätigt nicht nur Haydns Ruf als „bester Witzeerzähler der Musikgeschichte“ (L. Bernstein), sondern zeigt vor allem den Komponisten der tiefen Gefühle und von großen, mitreißenden Ensemble–Nummern.

Marivaux und Haydn, zwei der genialsten „Erfinder“ des 18. Jahrhunderts, sind hier nun selbst Gegenstand eines faszinierenden Experiments.

Ergebnis ihres fiktiven Zusammentreffens ist ein brillantes Pasticcio, mit dessen Uraufführung die KOM nebenbei den wohl außergewöhnlichsten Beitrag zum 200. Todesjahr von Joseph Haydn liefert.

 

REZENSION

„Die Sache mit der Untreue ist keine einfache“, Schwäbische Zeitung am 01.11.2009

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